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Yoga ist mehr als Körperübung.
Yoga ist Haltung und Verantwortung sich selbst und seiner Umwelt gegenüber. Das gelingt nur in stiller, kontemplativer Gesinnung, in dem Glauben von etwas Höherem angenommen und gehalten zu sein.'
 
-Roswitha Maria Gerwin

 

 

 

 

 

 

 



 

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Erinnerungen an Yoga-, Kontemplations-, und Zen-Unterweisungen

Was kann ich über diese drei spirituellen Wege schreiben, was nicht schon über all die Jahre zu diesem Thema sehr umfassend gesagt worden ist?
Vielleicht könnte ich über die erlebten Zeiten etwas mitteilen. Und darüber, dass in mir die Erfahrung lebt: alle wirklich spirituellen Wege laufen in 'Eines'. Bei mir sind es die Erfahrungen im Yoga, im Zen und in der Kontemplation. Yoga, mit ehemals 30 Jahre Ausbildungsleitung, die  zum Yoga-Lehrenden BDY/EYU führten,  unterrichte ich immer noch. Zen, mit einer abgeschlossenen Koan-Schulung, durfte ich bei Willigis Jäger durchlaufen und oft durchleiden. Er hieß mich auch an, zwischendurch mal zur Kontemplation überzuwechseln und zu unterrichten. Und so fließen diese Erfahrungs-Wege in jeden Unterricht ein.

Es ist schon sehr lange her, als uns Pater Lassalle - der spirituelle Vorreiter -, dem ich auch zeitweise assistierte, von Erleuchtung berichtete. Der Jesuiten-Pater, der des öfteren wegen seiner Zen-Meditation von Japan nach Rom zitiert wurde (wie er sagte), sprach in jedem Tesho über die Erleuchtung. „Ich werde deshalb stets gerügt - aber es muss sein“, gab er lächelnd zu. In seinem Buch 'Zen Unterweisung' (Kösel 1987) gibt es eine Abbildung von drei Erleuchteten: Buddha, Konfuzius und Laotse, die vor einer Tonne mit Essig stehen, um ihn zu kosten. Buddha findet ihn bitter; Konfuzius sauer und Laotse findet ihn süß. „Alles ist eine Frage des Bewusstseins“ steht dazu geschrieben.
Zuerst fragten wir uns, was wohl Jesus gesagt hätte, wenn er dabei gewesen wäre. Wir bemerkten diese umstrittene Frage bald, in dem Bewusstsein, dass jeder austauschbar wäre und sie sich doch alle in der 'Einen Erfahrung' getroffen hätten, bei verschiedenen Geschmäckern...
Als streng erzogenes, katholisches Mädel vom Lande haben mir die Zen- und Kontemplations-Meditationen sehr gut getan,  und auch für die späteren  Yoga-Ausbildungen, wo es manchmal Hü und Hot ging, waren sie hilfreich in ihrer klaren Struktur. Meine Erfahrungen ließen mich auch die Bibel neu verstehen, sodass ich oft Jesus bei den Vorträgen in den Mittelpunkt stellte. Eines Tages - mir war es wie in einem Wachtraum - ging Jesus aus der Tür heraus, so dass ich nur seine Rückseite sah und wurde sehr traurig.
Mein ganzes Leben fiel wie in eine große Traurigkeit hinein: Sah ich zum Beispiel ein Foto von einem abgemagerten Kind, weinte ich unaufhörlich. Manchmal war es eine verzweifelte Mutter, die ihr Kind im Supermarkt nicht zur Ruhe brachte. Jedesmal wollte ich umarmen, als wenn mir die ganze Geschichte ihres Lebens vertraut war. In konditionierten, physischen und psychischen Nöten nahm mich mein Lehrer, der Benediktiner und Zen-Meister Willigis Jäger, sehr ernst. Hatte ich jedoch Makios (Trugbilder), ließ er mich auflaufen. Einmal entließ er mich von der Meditation und schickte mich in die Würzburger Innenstadt ein Stück Kuchen zu essen...

Pater Lassalle wusste schon frühzeitig wohin die Richtung nach seinem Ableben weiterging. Eines Tages sagte er zu mir: „Man wird nach Würzburg gehen“. Und so kam es dann auch. Wie oft ich nach Würzburg und in den Sonnenhof zur Unterweisung gefahren bin, kann ich nicht mehr zählen. Bald darauf interessierten sich Lehrpersonen des Berufsverbandes Deutscher Yogalehrer (BDY/EYU) für den Benediktiner und Zen-Meister Willigis Jäger, der zuerst im  Würzburger Benediktiner-Kloster unterrichtete und danach viele Jahre im Benediktushof bei Würzburg, sowie in früheren Jahren auch überall auf der Welt. Heute sind einige meiner Yoga-Kolleginnen und Schülerinnen auch lehrend im Zen oder in der Kontemplation tätig, die bei ihm ausgebildet wurden. Folgende Erinnerung bleibt prägend:

Einmal im Jahr gibt es den Europäischen Yoga-Kongress in der Schweiz, im Süd-Wallis, auf etwa 2000 Meter Höhe, mit Blick zum Matterhorn. Willigis Jäger, als ehemaliger passionierter Bergsteiger, ließ sich gern dorthin einladen. In meinem Buch 'Das Yoga Jahr - Leben im Wandel der Jahreszeiten -' beschreibe ich unsere gemeinsame Bergbesteigung auf 4000 Meter Höhe. Willigis ging gemäßigten Schrittes, während ich glaubte, schnell wie eine Bergziege, die Klippen empor springen zu müssen. Oben angekommen schnappte ich nach Luft. Mein Lehrer, frohgelaunt, schaute jedoch lächelnd in die wundervoll vor uns liegende Bergwelt. Ich hatte verstanden.
Er scheute auch in späteren Jahren nicht den Weg nach Oberbayern, wo ich 25 Jahre lebte. Genau wie bei den Anfängen im Ruhrgebiet, war er unermüdlich dabei, die wissbegierigen, angehenden Yogalehrer, als Referent, auch im Kloster Benediktbeuern  zu unterweisen.
Manchmal zusammen mit Werner Vogel, der unvergessene Priester und  Yogalehrer, der bis zu seinem Tod viele Suchende im Yoga und in der Kontemplation begleitet hatte.
Die Jahre sind ins Land gezogen - und die Landschaft hat sich für mich verändert. Seit einiger Zeit wohne ich wieder auf dem elterlichen Bauernhof, hoch oben auf dem Teußenberg, mit Blick bis zur Soester Börde.
Mein Bruder, der leider nach einem Jahr verstarb, hatte mich heimgeholt und war so dankbar für mein Dasein in der letzten Lebenszeit. Er war ein frommer Mann, wie man hier so landläufig sagt. Wie hätte ich mich früher mit ihm über theologische Themen gestritten! Aber nun passte alles in meine innere Freiheit hinein - sogar die Rosenkranzgebete und Gesänge -. „Es ist wie es ist, sagte die Liebe“, heisst es in einem Gedicht.

Die zwei Dorfkurse 'Yoga und Kontemplation', auch auf dem Stuhl, machen mir nun besondere Freude. So kann ich selbst meine Altersbeschwerden übend mit einbringen und immer auch ein spirituelles Thema zu Beginn darlegen. Die Kurse laufen über den Kath. Frauenbund und ich spreche sehr vorsichtig über Spiritualität und Christliche Mystik, in der Vorbereitung zur Kontemplation. Aber meine Lieblingsheilige, Teresa von Avila, hat mich noch nie verlassen, wie auch ihr folgender Ausspruch besagt: 'Im Gebet sprechen wir zu Gott. In der Stille-Meditation versuchen wir ihn zu hören'. Entsprechend üben wir.

Ich bin wieder integriert, da, wo ich mit 18 Jahren das Weite suchte und nun mit fast 77 Jahren zurückgekehrt, das Weite innerlich gefunden habe.

Am frühen Morgen der Waldgang und den Blick auf die Koppel, mit den vielen grasenden Pferden, lassen mich danken und den vollen Tag frisch beginnen. Oft kommen auch die Pferdehalterinnen auf einen Tee oder Kaffee vorbei und berichten von allem Menschlichen und Tierischem.
Im nahen Kloster Oelinghausen, bei den Magdalenenschwestern, gibt es einen Freundeskreis für Kunst, Kultur und Religionsgeschichte, der  meine literarische Ader fließen lässt, evtl. in Lesungen über Rainer Maria Rilke, die ich am Ammersee zahlreich verbreitete.
Wer Rilke kennt, weiß um seine feine Spiritualität, die in unzähligen  Schriften und Gedichten erfahrbar wurde. In meinen jährlich wiederholenden Schweigekursen im Benediktushof, findet seine Dichtung immer Raum und Platz auf den schriftlichen Beilagen.


Sternenstand

 „Die Sonne lehrt alle Lebewesen die Sehnsucht nach dem Licht. Doch es ist die Nacht, die uns alle zu den Sternen erhebt“, schrieb Khalil Gibran und gibt damit Einblick in unser persönliches Sternenbild.

Einige 'Sterne' haben wir in vielen Jahren kommen und gehen sehen und  viel Menschliches dazu gelernt.

Die Astrologen  sagen, dass die Sterne zur Zeit gut stehen. So lasst uns den Blick einmal gehoben halten und uns von der aktuellen Planetenkonstellation ermutigende Zeichen für inneres und äußeres Wachstum holen, in Verbindung mit der immer notwendigen Selbstreflexion. Ein Sternenbild soll erneut gewechselt haben, welches nur alle Jubeljahre geschieht und könnte hoffnungsvoll tiefgehende Perspektiven ermöglichen. Egal ob wir daran glauben oder nicht. Es sind die Energien die auf uns wirken. Denn alles ist in ständiger Bewegung, und da ist nichts, was wir festhalten könnten. Beständig ist nur das Fließen, sagt Willigis Jäger. Und deshalb traue dich, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen und transformiere deine Schattenseiten, indem du alte Ängste und Traumata erkennst und dich am Wachstum erfreust!

Die Astronomen haben gerade etwas Wundervolles entdeckt: Mit Hilfe von Gravitationswellen konnten sie ein kosmisches Ereignis erstmals 'sehen' und 'hören', mit gewaltigen Ausbrüchen elektromagnetischer Strahlen. Dieses entsteht, wenn zwei Neutronensterne sich -immer schneller werdend- umkreisen und am Ende in einem großen Lichtblitz verschmelzen. Nun konnten die Gammablitze entschlüsselt werden, und diese Sternenkonstellation schleudert tonnenweise Gold und Platin ins Universum. Ja – Und das Sterntaler-Mädchen traute sich, fast entblößt und losgelöst von allem, zu den Sternen zu schauen. Denn: „Wir werden nicht erleuchtet, indem wir uns Lichtgestalten vorstellen, sondern indem wir uns mit unserem Schatten konfrontieren“ (C.G.Jung) Und dadurch Liebe, Mitgefühl und Weisheit erfahren.

Roswitha Maria Gerwin

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Dreifache Wege im Spiegel einer aufgehenden Blüte

Der Mystiker Meister Eckhart beschreibt drei Lebenszustände, die wir auch mit unserem Lebensweg vergleichen können:

„Dass ein Mensch ein ruhiges Leben in Gott hat, das ist gut.
Dass ein Mensch ein mühevolles Leben mit Geduld erträgt, das ist besser.
Dass man aber Ruhe hat im mühevollen Leben, das ist das Beste.“

  Diese 3 Zustände habe ich auch mit dem Öffnen einer Blüte im Frühling verglichen:
  In der Knospe ruht noch alles, wie beschützt. Die aufgehende Blüte ist im Übergang  -im Wandel- und daher Vielem ausgesetzt.
  Die ganz geöffnete  Blüte fragt nicht mehr. Die Entscheidung zum Öffnen ist gefallen. So ganz geöffnet ist sie nun allem ausgesetzt,
  auch  Sturm und Regen. Und natürlich auch der Sonne, die ich hier mit der göttlichen Bestimmung in Vergleich setze, denn
  das Verwelken einer geöffneten Blüte folgt bald.  Ich kenne Kreuze, die keinen Korpus, sondern eine geöffnete Blüte im Mittelpunkt
  tragen, als Zeichen des Todes und der bevorstehenden Auferstehung.

  Praxis:
  Die Knospe
  Forme die Hände zu Fäusten und drücke sie fest zusammen. Stelle dir vor, deine Fäuste seien zwei Knospen,
  die sich ganz langsam im Sonnenlicht bis zur Blüte öffnen. Öffne, wie unter Druck, ganz langsam die Hände.
  Bleibe noch ein wenig als halb geöffnete Blüte und öffne dann die Hände weit, mit gespreizten Fingern.
  Halte dabei für einige Augenblicke, in der offenen Blüte, die Spannung. Schließe nun langsam, wie mit Gegendruck zur halben Öffnung
  und dann erneut zur Knospe, mit zusammengehaltenen Fäusten. Wiederhole diesen Vorgang mehrmals.

  Wirkung:
  Diese Übung hält die Finger elastisch, regt die Durchblutung in den Fingern und Händen an, lockert steife Finger und beugt Schmerzen
  in den  Fingergliedern vor, dehnt die Sehnen und harmonisiert die Handmeridiane.
  I
m Besonderen wird die Aufmerksamkeit und Konzentration für Yoga- und Atemübungen geschult, sowie für Kontemplation und
  Meditation,gleich welcher Ausrichtung.

 

Wer könnte atmen ohne Hoffnung,
dass auch in Zukunft Rosen sich öffnen

-Rose Ausländer-

 
 

 

 


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